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Stundenlohn oder Monatsgehalt: So vergleichen Sie Angebote richtig – brutto zu netto erklärt

Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit 1. Januar 2026 13,90 Euro brutto pro Stunde; der durchschnittliche Bruttostundenverdienst lag im April 2025 bei 26,76 Euro.

Stundenlohn oder Monatsgehalt: So vergleichen Sie Angebote richtig

Wer ein Jobangebot erhält, steht oft vor der Frage: Ist der ausgeschriebene Stundenlohn besser als ein festes Monatsgehalt? Der direkte Vergleich erfordert eine saubere Umrechnung – und das Verständnis des Unterschieds zwischen Brutto und Netto. Denn was am Ende auf dem Konto landet, hängt von vielen Faktoren ab. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Stundenlöhne in Monats- und Jahresgehälter umrechnen, welche aktuellen Werte gelten und worauf Sie bei der brutto zu netto-Betrachtung achten sollten.

Die einfache Umrechnungsformel

Die Basis für den Vergleich ist eine einfache Faustformel:

  • Jahresbrutto ≈ Stundenlohn × Wochenstunden × 52
  • Monatsbrutto ≈ Jahresbrutto ÷ 12

Diese Formel geht von einer gleichmäßigen Arbeitszeit ohne Überstunden aus. Üblich ist eine 40-Stunden-Woche, aber auch 35, 37,5 oder 38,5 Stunden sind verbreitet. Passen Sie die Wochenstunden immer an Ihren Vertrag an.

Beispiel: Bei einem Stundenlohn von 15,00 Euro und 40 Wochenstunden ergibt sich:

  • Jahresbrutto: 15,00 × 40 × 52 = 31.200 Euro
  • Monatsbrutto: 31.200 ÷ 12 = 2.600 Euro

Umgekehrt können Sie aus einem Monatsgehalt den Stundenlohn berechnen: Monatsbrutto × 12 ÷ (Wochenstunden × 52).

Aktuelle Werte: Mindestlohn und Durchschnittsverdienst

Der gesetzliche Mindestlohn wurde zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro brutto pro Stunde angehoben (laut Mindestlohnkommission). Für das kommende Jahr ist eine weitere Erhöhung auf 14,60 Euro beschlossen. Bei 40 Wochenstunden entspricht der aktuelle Mindestlohn einem monatlichen Bruttogehalt von rund 2.402 Euro.

Laut Destatis lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst aller Beschäftigten in Deutschland im April 2025 bei 26,76 Euro. Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede: In den alten Bundesländern waren es 27,33 Euro, in den neuen Ländern 23,09 Euro. Besonders geringe Verdienste erzielten geringfügig Beschäftigte mit durchschnittlich 14,81 Euro pro Stunde.

Brutto vs. Netto: Was bleibt übrig?

Die Umrechnung von Stundenlohn in Monatsgehalt erfolgt immer auf Bruttobasis. Das brutto zu netto-Verhältnis hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Steuerklasse (I bis VI)
  • Kinderfreibeträge
  • Kirchensteuerpflicht
  • Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung)

Ein Bruttogehalt von 2.600 Euro kann je nach Steuerklasse netto zwischen etwa 1.700 und 2.000 Euro liegen. Für eine genaue Berechnung nutzen Sie am besten einen offiziellen Brutto-Netto-Rechner (z. B. vom BMAS).

Worauf Sie beim Angebotsvergleich achten sollten

Ein reiner Stundenlohnvergleich reicht oft nicht aus. Beachten Sie:

  • Überstunden: Sind diese im Stundenlohn enthalten oder werden sie extra vergütet?
  • Zuschläge: Nacht-, Sonntags- oder Feiertagszuschläge erhöhen den effektiven Stundenlohn.
  • Sonderzahlungen: Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder Boni sind im reinen Stundenlohn nicht enthalten.
  • Branchenmindestlöhne: In der Pflege, im Bauhauptgewerbe oder in der Elektrobranche gelten oft höhere Mindestlöhne.

Ein Monatsgehalt bietet Planungssicherheit, während ein Stundenlohn bei schwankender Arbeitszeit variieren kann. Prüfen Sie daher immer den Vertrag und fragen Sie nach, ob die genannte Vergütung alle Leistungen abdeckt.

Weitere Informationen

Möchten Sie selbst rechnen? Nutzen Sie unseren Stundenlohn Umrechnen-Rechner. Für vertiefende Tipps rund um Gehalt und Arbeitszeit besuchen Sie unseren Ratgeber. Dort finden Sie auch aktuelle Gehaltsdaten und Themenschwerpunkte.

Fazit

Die Umrechnung von Stundenlohn in Monatsgehalt ist mit der einfachen Formel schnell erledigt. Wichtiger ist die Gesamtbetrachtung: Berücksichtigen Sie Zuschläge, Sonderzahlungen und vor allem die brutto zu netto-Differenz. Nur so können Sie zwei Angebote fair vergleichen und die für Sie finanziell günstigste Entscheidung treffen.

Häufige Fragen

Wie rechne ich einen Stundenlohn in ein Monatsgehalt um?

Multiplizieren Sie den Stundenlohn mit Ihrer wöchentlichen Arbeitszeit und dann mit 52 (Wochen pro Jahr). Teilen Sie das Ergebnis durch 12, um das monatliche Bruttogehalt zu erhalten. Beispiel: Bei 13,90 €/Std. und 40 Wochenstunden ergibt sich ein Monatsbrutto von etwa 2.402 €.

Wie hoch ist der gesetzliche Mindestlohn aktuell?

Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 13,90 Euro brutto pro Stunde. Zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 Euro. Die Anpassung erfolgt durch die Mindestlohnkommission auf Basis der Tarifentwicklung und des Bruttomedianlohns.

Was ist der durchschnittliche Bruttostundenverdienst in Deutschland?

Laut Destatis lag der durchschnittliche Bruttostundenverdienst (ohne Sonderzahlungen) im April 2025 bei 26,76 Euro. Dabei gibt es deutliche Unterschiede: In den alten Bundesländern waren es 27,33 Euro, in den neuen Ländern 23,09 Euro. Geringfügig Beschäftigte verdienten im Schnitt nur 14,81 Euro.

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